Interaktive Medien

10. Geburtstag von liqd

Als Teil des Konzeptes Demokratie transparenter und direkter zu gestalten lud ich den DEMOCRACY Deutschland e.V. zum 10. Geburtstag vom liqd – Liquid Democracy e.V. ein. Ich freue mich darüber dass Marius Krüger und Ulf Gebhardt dieser Einladung folgten.
Ich sah mir die Präsentation von Niklas Rakowski von Talking Europe und Benjamin Kurcs von Vote et Vouz: “Europäische Öffentlichkeit oder nur nationale Filterblasen?” an, in der sie ihre Projekte vorstellten. Das war sehr gut, mit diesen Tools werden Echokammern gesprengt, gegensätzliche Ansichten werden miteinander konfrontiert.
Anschließend gab es eine Diskussionsrunde “Digitale Beteiligung in Parlamenten: Vision und Realität?” mit namhaften Vertretern, zum Beispiel Niklas Treutner von liqd, Katalin Gennberg von der LINKEN als Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Yannick Haan, Vorsitzender der SPD am Alexanderplatz.
Teil des Konzeptes dieser Diskussionrunde war die Partizipation aller Zuhörer über einen freien Stuhl und über die erstmals präsentierte, neue App von liqd: SpeakUp. Hiermit war es dem Publikum möglich sich indirekt an der Diskussion zu beteiligen – Fragen und Anregungen zum Gespräch wurden hier geposted, Marie-Kathrin Siemer fungierte als Repräsentantin, die diese Fragen und Anregungen ins Gespräch einbrachte. Tolles Konzept!
Es wurde darüber gesprochen, wie man die Politik durch digitale Mittel verbessern kann. Es wurde z.B. ein Experiment angesprochen, in dem Bürger digital direkt Bundestagsabgeordneten Beiträge zukommen ließen. Das waren so viele, dass die Abgeordneten damit heillos überfordert waren. Mehr zur Diskussion folgt.
Hier als PDF Übersicht über die Firma, Informationen zur Software und zum Programm des Abends:
liqd10


Mein Wunsch für das Treffen war, DEMOCRACY und liqd zusammen zu bringen. Adhocracy ist die Technologie von liqd, die eine liquid democracy ermöglichen könnte. liqd ist sehr erfahren im Aufsetzen und Erhalten sozialer Netzwerke, wie z.B. meinBerlin. Dies passt beides meines Erachtens nach gut zur Motivation und zur App von DEMOCRACY wie auch zu meinem eigenen Konzept eines Regions-basierten sozialen Netzwerkes, welches ich bald veröffentlichen werde.

Ich muss erwähnen, dass ich meinen Reflexionsprozess über liquid Democracy oder direkte Demokratie per App noch nicht abgeschlossen habe. Die Gespräche an dieser Veranstaltung haben mich meine Initiative www.deutsches-gesetz.de erneut in Frage stellen lassen – ist das vielleicht gar doch nur ein utopischer Traum? Wie dumm ist das Volk? Wie wichtig und unersetzlich sind die gegenwärtigen Checks & Balances? Kann man das Problem der Käuflichkeit von Repräsentanten vielleicht anders lösen, als indem man sie einfach abschafft? Würde man die Macht direkt in die Hände des Volkes geben würde das ausgehend vom Status Quo sicher zu Chaos führen – was das Volk wiederum politisieren würde, oder? Wer bin ich, darüber zu entscheiden?
Also: Voll im Gang.