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Mein Partner – Meine Legitimation

Frühling, verliebt!
Juhu!
Für’s Protokoll: Die Perspektive aus der heraus ein potentieller Partner attraktiv wirkt, weil er zu sein scheint, wie man selbst, widerspricht augenscheinlich der Annahme Freuds, dass Attraktivität vom Gegenstück ausgeht, welches gegenteilig ist. Freud sagte: Wenn du jemanden triffst, der dort Stärken hat, wo du Schwächen hast, und andersherum, dann ist diese Person für dich attraktiv.
Freunde von mir behaupten aber, sie fänden diejenigen attraktiv, die so sind, wie sie selbst.
Das klingt narzisstisch und langweilig, könnte aber im Wunsch begründet sein, dass man seine eigenen Ecken und Kanten dadurch legitimiert, dass der andere ja nicht besser ist. Es ist damit einfacher, sich selbst im gegenüber zu erkennen und damit sich selbst zu lieben. Trick: Erkenn’ dich in allem und jedem. Das weicht die Fronten auf und macht gute Stimmung und legitimiert die eigene Existenz nicht nur voll sondern macht sie auch noch viel schöner.
Um gemeinsame Interessen als Partner zu verfolgen muss man nicht das Selbe sein. Und wenn man’s nicht ist, das Selbe, dann wird’s doch erst spannend 🙂

Fantasy-Land schwächelt

Kultureller Einfluss kommt fraglos am mächtigsten aus den USA.

An der Westküste in Kalifornien ist San Francisco mit Silicon Valley und den größten Internetdienstanbietern, sowie Los Angeles mit Hollywood und den entsprechenden Filmproduktionen. Musik und Kunst werden weitgehend vorgegeben aus der Ostküste – genauer, New York.
Jedes dieser vier Standbeine des Fantasy-Lands erleidet derzeit Vertrauensverlust.
Ich erkenne hierfür drei Gründe:

1. Eine neue Transparenz welche nun erblicken lässt wie diese Systeme aufgebaut sind und welchen menschlichen Preis sie kosten.
– Beim Internet ist es die Datenkrake und der Versuch der Zentralisierung eines im Wesen dezentralen Systems.
Wir haben Zuckerberg vor Gericht gesehen und die psychischen Schäden der Moderatoren von Social Networks. Ausserdem war die Idee von Bezos und Musk den Mars zu besiedeln dumm – sie ist zu zynisch und erschreckend weit weg von realen Problemen.
– Beim Film sind es die Skandale mit Weinstein, Epstein und Maxwell, die so ekelerregend sind dass ich sie nicht weiter ausführen will, aus Angst meine Homepage könnte nur aufgrund der Ausführung dieser Geschichten irgendwo geblacklisted werden.
– Bei der Musik ist es hauptsächlich die ungerechte und obfuse Verteilung der Gelder, aber auch, dass heutige Superstars oft Kinder oder Idioten sind, da sich diese den Vorgaben der Identity Designer einfacher fügen, lässt sie leicht erkennbar nur schlechte Vorbilder sein.
– Bei der Kunst ist es etwas anders – sie ist schon immer eher Interesse einer kleineren Gruppe, aber auch hier muss derzeit sehr viel überlegt werden wie man z.B. als Museum mit den Transformationen der neuen Zeit mithalten kann – lokale Exklusivität aufrecht erhalten oder auch an die breite Masse gehen via digitaler Kunstausstellung mit all ihren neuen Facetten? NFTs sind ein unglaublicher Markt!

2. Übersättigung durch inflationäres Angebot moralisch fragwürdiger Inhalte / Darstellungen von Menschenfeindlichem / Die Themen sind Out.
– Mit Netflix ist der Einsatz von Kunstblut nochmal in die Höhe gegangen. Horror, Porno und Folter auch in Virtual Reality – man hat zu viel davon.
– Krieg ist out, Russlandbashing nervt, Propaganda wird viel eher erkannt und als abstoßend empfunden.
– Der Spuk um künstliche Intelligenz wird rückwirkend als Marketingfarce verstanden.

3. Vertrauensverlust gegenüber den USA selbst – Trump und George Floyd.

Eine weitere Idee ist: Da die ganze Welt immer besser Englisch verstehen kann wechseln Spieler und Zuschauer ihre Rollen.
Im August sind die Gerichtsverhandlungen mit Ghislaine Maxwell. Interessant ist, dass es zu diesem Komplex bereits seit Jahren Film- und Serienproduktionen gibt – es wird selbst dies zur Show, zu Entertainment. Man möchte bezahlen für diese Geschichte. Das passt vielleicht zu Grund 2, muss man aber differenziert betrachten. I’ll only be watching the real show, as in, what’s actually happening in court!

PS: Vielleicht könnte es unsere eigene Konjunktur ankurbeln wenn wir diese Formen der Kreatitivät nun bei uns stärker fördern. Ich wünsche mir zum Beispiel ein gutes europäisches Social Network und Friedensfilme die eine alte Freundschaft zu Russland wieder herstellen könnten bitte. Ausserdem habe ich viele Freunde die Musiker sind – sie finden neue Formen der Distribution ihrer Arbeit, das finde ich sehr interessant.
Ich konzentriere mich aber auch auf dieses Thema da ich Sklaverei und Ausrottung der Ureinwohner Amerikas sowie 250 Jahre lang Krieg auf ausländischem Boden fast ohne Unterbrechung immer noch nicht verziehen habe. Ich befürchte hier einer niederen Motivation zu unterliegen.

Automatisierte Märkte als Abstraktion einer Abstraktion

Markt als Abstraktion der Produktion: Handel mit Produkten kann als Abstraktion der eigener Produktion verstanden werden.
Ich produziere z.B. eine Website, ein anderer produziert z.B. Brot – durch meine Nachfrage auf dem Markt und meiner Kaufkraft (die durch meine Produktion entstand) produziere ich indirekt Brot.
Auf dem Markt der attraktivste Käufer oder Verkäufer zu sein ist ein eigenes Spiel, welches eine Ebene über der Produktion liegt.
Automatisierung von Handel wiederum als Abstraktion des Marktes: Smart Contracts, AI gestützte Spekulation, IOTA, rapid automated (micro) transactions etc. Diese Programme zu entwickeln kann ebenfalls ein Spiel sein und stellt wiederum eine abstrakte Ebene über der Ebene des Marktes dar.

Märkte mit Informationstechnologie zu automatisieren ist so gesehen also eine Abstraktion einer Abstraktion.
Es ist unmöglich dabei noch zu fühlen worum es eigentlich geht – man ist der Produktion und ihren Umständen dabei so fern, dass man dessen Details leicht übersieht und deshalb viel eher die Gefahr besteht Fehler zu machen, als würde man selbst auf dem Markt handeln – und noch viel eher, als würde man selbst (in meinem Beispiel das Brot) produzieren.
Man fühlt den Schaden nicht den man verursacht haben könnte, dadurch bleibt womöglich auch das Gefühl für die eigene Verantwortung in diesen Dingen aus.

Positiver Input macht fit

“Fake News!” werden erkannt aber “Gift für den Kopf” aus dem Entertainment wird trotzdem gefressen.
Ein Potential von Kunst ist, dass sie einen Menschen ebenso konditionieren kann wie eine reale Begebenheit. Das Unterbewusstsein kann Fiktion und Realität nicht gut voneinander unterscheiden.
Man sollte darauf achten, womit man sich auseinandersetzt. Positiver Input macht fit.

Superlativ

Einmalige Erlebnisse im Leben eines Menschen, wie, die größte Liebe des Lebens zu finden, passieren derzeit im Schnitt alle 2,77 Sekunden auf der Welt.
(Ein Erlebnis pro Menschenleben – Erlebnisse, die jeder Mensch ein mal macht. Weitere Beispiele: Geboren werden, sterben)

PS:
“Optimismus ist nur ein Mangel an Informationen.” – Heiner Müller
“Pessimismus, muss man wissen, ist nur ein Mangel an Informationen.” – Wolf Lotter