Interaktive Medien

Altruismus

Polis & Spirit

Angenommen Gott ist tot, was ersetzt ihn?
Der Glaube, dass Glaube Wissen widerspräche, negiert sich selbst.
Der Religion die Wissenschaft gegenüber zu stellen muss meiner Meinung nach nicht sein. Der Gedanke, dass wir in einem geschlossenen, kausalen System existieren, in dem und ausser dem es keinen Platz für metaphysische Instanzen gibt, reduziert die Wahrnehmung auf die Logik. Das kann man, glaube ich, fast mit der Depression gleich setzen. Nichts ist mehr besonders, die Welt verliert ihren Zauber, und vor dem Erhabenen zu erschaudern und davon getragen zu werden wird immer schwieriger, wenn man bei jeder Erscheinung sofort den Kopf einschaltet und versucht zu verstehen. Die Sakralität der Göttlichkeit und die Ehrfurcht, die man davor haben kann, wird in einer wissenschaftlich geprägten Gesellschaft immer seltener. Fantasie muss man zulassen. Doch wenn man weiß, dass man fantasiert, kann man sich nur schwer ohne Hypnose oder Autosuggestion bis zum äussersten Illusionieren.
Also was ist wirklich noch von Wert, in unserer Welt, wenn Geld eine beschissene, egozentrische Alternative zu Gott ist?
Ich sage der Mensch! Ich bin Mensch, du bist Mensch, und für das Wohlbefinden des Menschen ist Selbstliebe wichtig. Folglich sollte man seinen Nächsten lieben wie sie selbst, alles andere wäre wieder egoistisch, und wir sind soziale Wesen. Und, wenn man den Menschen liebt, was tut man dann? Man betreibt Politik.
Mein Appell: wenn man sonst an nichts glaubt sollte man die Polis zur Religion erheben.

Eine Hoffnung

  • Im Original vom 13.01.11 00:59 Uhr

17. Jahrhundert. René Descartes haut den Satz raus “Ich denke, also bin ich”.
Das Mittelalter war ethisch und philosophisch nicht so wie wir heute sind, es ging um das Kollektiv, nur die Tatsache dass man Teil der Hierarchie war zählte. Dienen. Dann kam dieser Mann und dachte an sich, an das Ich. So entstanden im selben Jahrhundert Selbstportraits von Menschen die es auf einmal für gerechtfertig hielten (sich selbst darzustellen) sich als Individuum zu sehen. Die Menschen wurden sich selbst-bewusst. Der Individualismus entstand, und mit ihm gingen viele Tore auf. Das war ein Umbruch im Denken.
Seit dem gab es viel Entwicklung in dieser Philosophie des Egos, des Individuums, das ja sehr spannend sein kann, aber auch viel Schaden mit sich bringt, der Kapitalismus stützt sich auf diese Philosophie. Doch das wird langsam verstanden, die Menschen erkennen, dass sie zu viel an sich selbst denken, die Menschen erkennen wie es leichter geht, dass die Liebe einen glücklicheren Weg bereit hält, und die Solidarität zueinander und die Zurückstellung des Egos. Mehr und mehr Menschen fangen an mit der ganzen Welt zu vergleichen, eines der wenigen positiven Resultate der Globalisierung. Muss diese überhaupt schlecht sein, wenn es ein globales Ändern im Denken gibt? Der nächste philosophische Schritt, der Altruismus, der Holismus. Damit sich das Loch in den Herzen der Menschen, die Negativität und Hoffnungslosigkeit, die Unfähigkeit zur Erkenntnis der Schönheit überall um uns rum nicht mehr bodenlos scheinen muss, sondern narblos geheilt werden kann, durch Bewusstsein im Jetzt, für die Anderen mit positiver Grundhaltung. “Hey, nichts ist so wichtig für mich dass du es nicht haben sollst, wirklich nicht.”
Ich glaube das wäre wunderbar. Jetzt brauch es nur noch ein paar Helden die noch laut genug sein können…